SPD Bamberg-Land präsentiert mit dem Team2020 vier Landratskandidat*innen

Veröffentlicht am 10.03.2019 in Kommunalpolitik

Das Team2020 der SPD Bamberger Land

Nein, Andreas Schwarz wird nicht OB-Kandidat in Bamberg. Und: Doppelkandidaturen wird es beim SPD-Kreisverband Bamberg-Land nicht geben. Nach intensiven Gesprächen und Diskussionen hat sich der SPDKreisverband dazu entschieden, Parteigenossen und Landkreisbewohnern eine Auswahl an (bislang) vier Kandidaten zu präsentieren, von denen einer in den Landratswahlkampf geschickt werden soll – mit der starken Unterstützung der anderen drei. 
Optionen bilden Schlüsselfelds Zweite Bürgermeisterin Patricia Hanika (45), Oberhaids Bürgermeister Carsten Joneitis (49), Unterbezirksvorsitzender und Gundelsheims Bürgermeister Jonas Merzbacher (35) sowie Bundestagsabgeordneter und Kreisvorsitzender Andreas Schwarz (54).

Am gestrigen Freitag stellte der Kreisverband in einer von Kreisrat Wolfgang Heyder moderierten Runde der Presse das Kandidaten-Quartett vor. Eingangs räumte Heyder durchaus ein, dass die KreisSPD im Landratswahlkampf vor fünf Jahren den Kandidaten zu spät gekürt hatte. Das Prozedere mit Bürgerforen im Vorfeld und der letzten Entscheidung bei den knapp 600 Parteimitgliedern bleibt gleich. Die Kür findet nun allerdings weitaus früher statt. 

Großen Wert lege man auf den Teamaspekt und „wir treten nicht an, um Zweiter zu werden“, so der Moderator mehrfach. Heyder arbeitete heraus, dass jeder aus dem KandidatenQuartett die Qualifikation zum Landrat hat, gemäß dem Motto „Wir können Landrat.“ Dabei werden sich die vier „Angebote“ der SPD in Bürgerforen am 22. März in Stegaurach und am 5. April in Hallstadt präsentieren und mit den Landkreisbürgern diskutieren. Wobei keine Fragen ausgenommen sein sollen. „Es gibt keine Tabu-Themen“, so Merzbacher. Ende April, Anfang Mai soll dann bei einer Mitgliedervollversammlung die endgültige Entscheidung getroffen werden.

Von den Foren verspricht man sich, einerseits die Themen mitzunehmen, die den Landkreisbürgern unter den Nägeln brennen, andererseits geht es auch um Tendenzen mit Blick auf die Kandidaten. 

Weitere Vorschläge möglich

Man hat ein offenes Ohr für Bürgerbelange und nimmt durchaus auch weitere Kandidatenvorschläge an, unter der eMail-Adresse: team2020@spd-bamberger-land.de
„Dieser Landkreis kann mehr“, findet Andreas Schwarz. Man müsse sich nur einmal anschauen, wie viele Sitzungen der Kreistag hatte und wie viele Beschlüsse tatsächlich gefasst wurden. Ein Aspekt, dem man sich widmen müsse, seien die leeren
Schulhäuser. Aber auch die Vereine haben Probleme, Ehrenamtliche zu finden. „Eine Stelle im Landratsamt langt da nicht.“ Ein Punkt, bei dem Jonas Merzbacher dringend Handlunsgbedarf sieht, sind die Regionalwerke. Hier bedürfe es dringend einer Reform, meint er. Patricia Hanika ist das Thema Wohnen schon von Berufs wegen als Architektin wichtig. Ohne mehr Land zu verbrauchen müsse mehr Wohnraum geschaffen werden, fordert sie. Eine Möglichkeit, das zu realisieren, wäre, das Bauen innerorts zu erleichtern. Carsten Joneitis wünscht sich mehr Transparenz und Bürgernähe. So wie es vor großen Projekten in den Kommunen Bürgergespräche gibt, wünscht er sich solche auf Landkreisebene.

Gemeinsamer Wertekompass

Während das Kandidaten-Quartett durchaus unterschiedliche Schwerpunkte habe, so
Heyder, stehen alle hinter dem gemeinsamen Wertekompass, Transparenz gehört dazu und die Überzeugung, dass derzeit am Politikstil etwas schief laufe. Freilich möchte die SPD „keine Negativpolarisierung“, so Merzbacher, sondern mit den besseren Konzepten überzeugen. „Wir müssen entscheidungsfreudiger werden“, fordert er. Klar ist, wer letztlich SPD-Landrat wird, kandidiert dann nicht auch als Bürgermeister oder Bundestagsabgeordneter, betont die Runde.

 

(Artikel von Anette Schreiber, erschienen im Fränkischen Tag Bamberg vom 9./10.3.2019, S. 17)

 

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