
Bürgermeister Jonas Merzbacher spricht mit Betreuerin Sabine Sauer
Gundelsheim muss schnell 10 000 Euro auftreiben, um einer kranken Bürgerin den Heimtransport zu finanzieren. HELFT ALLE MIT!

Gundelsheim muss schnell 10 000 Euro auftreiben, um einer kranken Bürgerin den Heimtransport zu finanzieren. HELFT ALLE MIT!
Jonas Merzbacher muss jetzt dringend 10 000 Euro auftreiben. Möglichst bald. Denn mit jedem weiteren Tag könnte sich die erforderliche Summe erhöhen und die Situation verschlimmern. Gemeint ist die missliche Lage einer Gundelsheimerin, die sich in einem Krankenhaus in Guatemala-Stadt befindet. Genau 9604 Kilometer entfernt von Gundelsheim und damit ihrem Heimatort.
Die „Geschichte“ ist ebenso verzwickt wie bislang unglücklich gelaufen. Die Gundelsheimerin leidet unter einer psychischen Krankheit, wegen der sie sich seit Jahren in medizinischer Behandlung befindet. Bisher wurde es allerdings von den zuständigen Stellen versäumt, ihr einen Betreuer zur Seite zu stellen. Wäre dies der Fall gewesen, hätte ihr die Gemeinde Gundelsheim nicht so ohne Weiteres einen Pass ausstellen können. Dank des Passes jedoch konnte die 41-Jährige vor Kurzem ausreisen. Mit der Folge, dass sie nun in Guatemala-Stadt in einem Krankenhaus untergebracht werden musste. Ihre Familie bringt die für eine Rückkehr nach Gundelsheim nötigen Transportkosten nicht auf. Die Kosten sind deswegen so hoch, da die Frau nicht ohne einen Arzt fliegen kann. Und der Arzt muss seinerseits wieder nach Guatemala zurückkehren, weswegen insgesamt drei Flugtickets gekauft und zudem auch noch Krankenhauskosten beglichen werden müssen.
Die Botschaft und das Auswärtige Amt haben sich eingeschaltet. Das Gericht hat einen Betreuer in der Heimat bestimmt: Sabine Sauer, Geschäftsführerin des Awo-Betreuungsvereins in Bamberg. Sie kennt Guatemala und spricht Spanisch. Nahezu täglich steht sie in Kontakt mit Konsulat und Krankenhaus im mittelamerikanischen Staat. Das Auswärtige Amt habe der Gemeinde mitgeteilt, dass in erster Linie sie für ihre Gemeindebürgerin zuständig sei und entsprechend auch Mittel aufbringen müsse. Für die Gemeinde allein auf die Schnelle wohl schon nicht ganz einfach, weshalb sich Merzbacher mit einem Spendenaufruf an die Bevölkerung wendet. Abgewickelt werden soll das alles über die Bürgerstiftung. Näheres dazu erfährt man in der Verwaltung unter Telefon 0951/944440. Für Merzbacher ist es selbstverständlich, dass man die Gemeindebürgerin nicht hängen lässt. Freilich fehlt ihm das Verständnis dafür, dass die Gemeinde nun für Säumnisse anderer Stellen zahlen muss. Etwa weil es verpasst worden war, für die Frau einen Betreuer einzusetzen. Er appelliert aber auch an seine Bürgerinnen und Bürger, mehr auf den anderen zu achten, damit man früher erkennt, wo möglicherweise Hilfe nötig ist. Aber jetzt gehe es vorrangig um eines: „Wir müssen die Frau heimholen!“
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