JUSOS fordern Erhalt der Katholischen Fakultät in Bamberg

Veröffentlicht am 31.10.2006 in Landespolitik

Unterstützung durch SPD - Abgeordnete - Aufmerksamkeit wecken
Bamberg. Aufgrund der Diskussionen um die Schließung der Katholischen Fakultät in Bamberg beriefen die JUSOS eine Unterbezirkssitzung ein, um schnellst möglich den politischen Rückhalt innerhalb der SPD bei dieser für Bamberg wichtigen Entscheidung zu sichern. Und so erhielt man bei diesem Thema Unterstützung von einigen Abgeordneten und Mandatsträger der SPD.

Nach jetzigen Planungen soll die Zahl der theologischen Lehrstühle in Bamberg mehr als halbiert werden. Die Schließung des Diplom-Studiengangs und der Wegfall der Möglichkeit zur theologischen Promotion ist seit letzter Woche traurige Gewissheit. Die Entscheidung über das Lehramtsstudium für Gymnasien im Fach katholische Theologie ist nach den aktuellen Planungen bedroht.

„Damit das gymnasiale Lehramtsstudium in Bamberg möglich bleibt, müssen jetzt alle politischen Akteure eintreten“, forderte Jonas Merzbacher, Vorsitzender der Jusos Bamberg-Land. „Zumal der Universität die älteste Fakultät und ein Stück Identität gestrichen werden würde,“ fügte der Juso-Vorsitzende hinzu.
Bereits Anfang 2004 wurde im Erzbistum Bamberg die Ausbildung für Pastoralreferenten eingestellt, nun sollen weitere Zweige der theologischen Ausbildung gestrichen werden. Dies hat schwerwiegende Konsequenzen. Denn gerade für das Gymnasiallehramtsstudium ist das Fach katholische Theologie eine wichtige Kombinationsmöglichkeit. „Studierende müssten – falls auch das vertiefte Lehramtsstudium gestrichen wird – eingeschränkte Studienmöglichkeiten hinnehmen oder aus Bamberg wegziehen.“, befürchtet Kathrin stell, Vorsitzender des JUSO-Unterbezirkes.

Negative Folgen für alle
Nicht nur für Stadt und Universität Bamberg hätte die Streichung nur negative Folgen: Fakultätsleitung und Fachschaft befürchten durch das Vorbild Bayerns einen bundesweiten „Dominoeffekt“, in dessen Zuge auch in anderen Bundesländern sowohl die Studienmöglichkeiten für künftige Lehrer als auch die Arbeitsmöglichkeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Theologie radikal zusammengestrichen werden. Die Schließung der Fakultät wäre für das Bistum und die gesamte Region ein erheblicher kultureller und wissenschaftlicher Verlust: „Gerade im Jubiläumsjahr des Erzbistums würde in Bamberg der wissenschaftlich begleitete interreligiöse Dialog abbrechen und der theologische Diskurs käme zum Stillstand“, meint Christian Körner, JUSO - Kreisgeschäftsführer. Dies sei umso bedauerlicher, da sich die Universität mit dem Zentrum und dem Masterstudiengang für Interreligiöse Studien sowie der geplanten neuen Professur für Judaistik gerade in diesem Bereich profiliert habe. Überdies sind die derzeitigen Pläne mehr als kurz gedacht.

In ganz Ober- und Mittelfranken würde ein theologisches Vakuum entstehen und die Religionslehrerausbildung wäre nicht mehr gesichert. Nicht mehr zu besetzende Religionslehrerstellen und ein Stundenausfall in diesem Jahr seien mittelfristig damit schon heute absehbar. Wolfgang Vogel, MdL und stell. Vorsitzender des Ausschusses Hochschule, äußerte sich empört über Wissenschaftsminister Goppel und forderte ihn auf, umgehend dem Landtag über die gefallenen Entscheidungen zu informieren und bei der Entscheidung über das gymnasiale Lehramtstudium für Theologie mit dem Parlament zusammen zu arbeiten. "Ja, wo sind wir denn? Kann in Bayern so ein einschneidender Erlass erfolgen, ohne dass der Landtag eingeschaltet wird. Für weitere Entscheidungen darf es so etwas nicht geben", drückte er abschließend seine Hoffnung aus.

Auch Susann Biedefeld, MdL sagte ihre volle Unterstützung zu, um dieses Thema nicht auf einem Abstellgleis wieder zu finden.

 

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