Jusos hinterfragen kritisch Bamberger Arbeitsmarkt

Veröffentlicht am 12.11.2006 in Lokalpolitik

Jusos Bamberg Land planen für 2007
[02.11.2006] Die letzte Juso-Konferenz der Jusos Bamberg-Land am vergangenen Montag beschäftigte sich im vollbesetzten Nebenzimmer des Gasthauses „Sternla“ mit den von der Agentur für Arbeit in Bamberg vorgelegten Zahlen zur Arbeitsmarktsituation in der Region und die Planungen für 2007.

„Erfreulich,“ so der Vorsitzende Jonas Merzbacher, „ist natürlich die Tatsache, dass die Arbeitslosigkeit im Bamberger Raum gesunken ist.“ Eine nähere Betrachtung der Einzeldaten ließe aber auch weniger erfreuliche Schlüsse zu. So weise die Agentur für Arbeit in Ihrem Bericht zwar darauf hin, dass Bamberg in Oberfranken die geringste Arbeitslosenquote habe, dass der Regierungsbezirk jedoch Schlusslicht bei der Entwicklung in Bayern sei. „Aus den Zahlen geht eindeutig hervor, dass der Bamberger Raum nicht so stark von der wirtschaftlichen Entwicklung profitiert wie die meisten anderen Regionen des Freistaates,“ bilanzierte Geschäftsführer Christian Körner. Dies umso mehr, wenn man die Zahlen der Geschäftsstellen vergleiche. Dann zeige sich nämlich, die Quote in Stadt und Landkreis Bamberg mit 7,0% um fast einen ganzen Prozentpunkt höher liege als der bayerische Durchschnitt. Diese Tatsache müsse schnellstmöglich in der Landespolitik zum Umdenken beitragen.

„Und wenn man zum Beispiel an die Stellenverlagerung bei T-Systems von Bamberg nach Budapest denkt, so weiß man, dass die Quote keineswegs weiter sinken muss.“, merkte Katharina Birk kritisch an. Einstimmig wurde ein Beschluss gefasst, der derartige Stellenverlagerungen verurteilt, die Bevölkerung auffordert offensiver damit umzugehen und Fördergelder der Europäischen Union und Steuerbegünstigungen für solche Verlagerungen abgeschafft werden sollten. Eine einheitlichere Besteuerung innerhalb der EU müsse für alle Regierungen ein erstrebenswertes Ziel sein.

Bei der angeregten Diskussion war die Arbeitslosigkeit unter jungen Erwachsenen ein besonders relevantes Thema. Diese lag im September mit 8,2% für Jüngere unter 25 Jahren für Stadt und Landkreis Bamberg nach wie vor weit über dem Schnitt. Und dies, so Merzbacher, „ist ein Problem, dass bereits bei der Ausbildungsplatzsituation beginnt, die sich nicht eben positiv darstellt. Und wer noch nicht einmal einen Ausbildungsplatz bekommt, dessen Möglichkeiten sind nun einmal mehr als eingeschränkt.“

Im Raum Bamberg wurden dieses Jahr 6% weniger Ausbildungsplätze angeboten als 2005. Bei einer gestiegen Anzahl von Bewerberinnen und Bewerbern ist der Wettbewerb dementsprechend stärker. Die Agentur für Arbeit hilft hier mit einer ganzen Reihe von berufsvorbereitenden Maßnahmen, nach deren Ende die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jedoch erst einmal vermittelt werden müssen. Die Jusos Bamberg-Land werden sich am 02. November 2006 bei einem Besuch der Agentur für Arbeit Bamberg über diese Angebote informieren und die Entwicklung weiterhin aufmerksam verfolgen. Interessierte und Betroffne können sich bei Jonas Merzbacher Jonas@Merzbacher.net / fon 0951-42720) anmelden.

Nach der erfolgreichen Durchführung der Wien – Budapest – Bratislava unter dem Gesichtspunkt der EU-Osterweiterung und der UNO, plant man auch für 2007 eine politische Studienfahrt. Voraussichtlich soll die Fahrt Anfang November 2007 nach Prag (Partnerstadt von Bamberg) führen. Geschäftsführer Christian Körner wurde beauftragt das Interesse unter den Mitgliedern zu erfragen. Darüber hinaus will man 2007 endlich eine Podiumsdiskussion mit der Jungen Union, den Jungen Liberalen und den Jungen Grünen durchführen. Dabei hofft man angesichts der Kommunalwahlen im März 2008 endlich auch die anderen Parteien zu einem offenen Argumenteaustausch vor allem bei lokalen Themen gewinnen zu können. Die gute Arbeit der letzten Jahre der Jusos Bamberg-Land soll sich dann auch 2008 bei den Wahlen bemerkbar machen und so will man möglichst viele engagierte junge Menschen in den Kreistag und die Gemeinderäte bekommen. Dazu will man gemeinsam mit dem SPD Kreisvorstand intensive Gespräche führen. Für den Besuch und die Vorstellung der Caritas am 11.Januar 2007 sind die Planungen abgeschlossen. Interessierte können sich gerne mit unserem Kontaktformular melden.

 

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