SPD Reckendorf setzt auf Bernhard Müller: "Miteinander, geprägt von Respekt, Verantwortung und Zuversicht"

Veröffentlicht am 14.02.2026 in Kommunalpolitik

Interview von Nachrichten am Ort mit Bernhard Müller:

In Reckendorf stellt sich Bürgermeister Manfred Deinlein nicht mehr zur Wahl. Zwei Bewerber wollen seine Nachfolge antreten, einer von Ihnen ist Gemeinderat Bernhard Müller. Warum er bestimmte Vorhaben überdenken möchte und wie er die Zukunft von Reckendorf sieht, erklärt er im Interview.

Sie kandidieren 2026 für das Bürgermeisteramt in Reckendorf. Was hat Sie dazu motiviert, Verantwortung in dieser Funktion zu übernehmen – und wie würden Sie Ihren eigenen Führungsstil charakterisieren?

Als engagierter Bürger setze ich mich für eine positive Entwicklung der Gemeinde Reckendorf ein. Mein Ziel ist es, die Zukunft unseres Ortes verantwortungsvoll, transparent und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu gestalten. Reckendorf ist für mich nicht nur ein Wohnort, sondern eine lebendige Gemeinschaft, deren Entwicklung mir persönlich sehr am Herzen liegt. Mein Führungsstil ist situativ, kooperativ und handlungsorientiert.

Welche langfristigen Projekte erscheinen Ihnen am wichtigsten – und wo würden Sie neue Akzente setzen?

Nicht nur die Hauptstraße, sondern auch weitere Verkehrsachsen wie die Zeitzenhofer Straße, der Geracher Weg und die Greifenklaustraße befinden sich in sanierungsbedürftigem Zustand. Parallel dazu müssen die begonnenen Projekte – allen voran die Gestaltung für die Ganztagsbetreuung – mit Nachdruck vorangetrieben werden. Gleichzeitig gilt es, durch neue Akzente und ein Überdenken bestehender Planungen bezüglich des Stolbinger Areals, der Skaterbahn und des Feuerwehrhauses die Gemeinde zukunftsfähig aufzustellen.

Die Sanierung und Erneuerung der Ortsdurchfahrt (B 279) und der Hauptstraße wurden in den letzten Jahren wiederholt zum Thema – mit Vollsperrungen, Umleitungen und teils kritisierter Informationspolitik. Wie beurteilen Sie das aktuelle Projekt – und wie würden Sie künftig solche Großbaustellen in der Gemeinde begleiten?

Das aktuelle Projekt hat jetzt folgenden Zwischenstand: Der Kanal und die Wasserleitungen sind teils saniert und erneuert worden! Das Baufenster war eindeutig zu groß! Umleitungen, Ampelregelungen, waren nicht das Optimale! Die Kontrolle des Schwerlastverkehr wurde eindeutig vernachlässigt! Durchfahrtsspeere für LKW! Ständiger Dialog und Updates mit der verantwortlichen Baubehörde!

In den vergangenen Jahren wurde im Gemeinderat mehrfach auf eine angespannte finanzielle Lage hingewiesen, mit steigenden Ausgaben und Krediten für Pflichtaufgaben. Wie würden Sie die Finanzsituation der Gemeinde einschätzen?

Die finanzielle Lage der Gemeinde ist angespannt. Zwar wird die Statistik derzeit durch die Zwischenfinanzierung der Baumaßnahmen in der Hauptstraße belastet – mit dem Eingang der zugesagten Zuschüsse wird sich die statistische Verschuldung wieder reduzieren. Dennoch sind wir keine finanzstarke Gemeinde und müssen uns weiterhin aktiv um Fördermittel, Schlüsselzuweisungen und zusätzliche Einnahmen bemühen.

Große Ideen gibt es viele, gerade mit Blick aus das Stolbinger-Areal entlang der Hauptstraße. Auch längerfristig scheinen dafür aber keine Finanzmittel vorhanden zu sein – oder?

Der neue Gemeinderat sollte das Ganze überdenken und neu denken!

Reckendorf ist gut an Bahn und Straße angebunden. Welche wirtschaftlichen Chancen sehen Sie für die Gemeinde – etwa bei Gewerbeflächen, Ansiedlungen oder digitaler Infrastruktur – und wie können diese genutzt werden?

Wie Bürgermeister Manfred Deinlein immer betonte, ist Reckendorf die einzige Gemeinde mit zwei Bahnhöfen im Landkreis und einer hervorragenden Busanbindung. Gleichzeitig sind unsere Möglichkeiten zur Ausweisung neuer Gewerbeflächen stark begrenzt. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung stellt sich zudem die Frage, in welchem Umfang klassische Gewerbegebiete künftig überhaupt noch erforderlich sind.

Neben der Ausweisung neuer Siedlungsflächen braucht es deshalb neue Denkansätze: Innenentwicklung vor Außenentwicklung, kluge Nachverdichtung und die Förderung moderner Arbeitsformen, die weniger Fläche, aber mehr Flexibilität benötigen. Ziel ist es, Lebensqualität, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Vernunft in Einklang zu bringen.

Kinder, Familie, Senioren, auf sie richten sich oft die Blicke, wenn es um gemeindliche Investitionen geht/ Was kann Reckendorf hier tun – und was wäre aus Ihrer Sicht ein wichtiges neues Angebot für junge Familien?

Mit Angeboten wie Kinderkrippe, Kindergarten, Grundschule und Schülerhort sind wir im Bereich der Kinderbetreuung insgesamt sehr gut aufgestellt, auch wenn das Konzept der Schülerbetreuung aktuell einer Überprüfung und Weiterentwicklung bedarf. In der Seniorenbetreuung danken wir dem Caritasverein für die Krankenpflege herzlich, der weit über die Grenzen Reckendorfs hinaus eine hervorragende und unverzichtbare Arbeit leiste.

Ein aktives Vereinsleben ist wichtig für Reckendorf. Wie kann die Gemeinde Vereine unterstützen – und wie würden Sie den Austausch zwischen Rathaus, Gemeinderat und Einwohnerinnen und Einwohnern weiter verbessern?

Vereinsleben und die Arbeit der Ehrenamtlichen haben wir in den vergangenen Jahren seitens der Gemeinde mit dem Ehrenamtsabend und die alljährliche Kür unseres Wackeren Recken gut gepflegt! Dies will ich beibehalten. Außerdem sollen unsere Vereine die öffentlichen Plätze auch in Zukunft entgeltlos nutzen dürfen.

Kontinuierlicher offener Dialog mit Gemeinderat und den Einwohnerinnen und Einwohnern von ganz Reckendorf. Wichtig dabei ist die Bürgernähe und respektvoller Umgang. Fazit: Wir stehen im Dialog

Reckendorf setzt auf digitale Angebote – etwa durch eine App für kommunale Informationen oder neue Online-Services der Verwaltung. Welche Bedeutung messen Sie der Digitalisierung für Verwaltung und Bürgernähe bei – und wo würden Sie hier Schwerpunkte setzen?

Wir haben die digitale Infrastruktur für unsere Gemeinde zwar schon seit längerem geschaffen, Sie muss aber aktueller gestaltet werden und dadurch noch attraktiver zu werden! Digitale Kommunikation neu überdenken!

Wenn Sie an Reckendorf im Jahr 2032 denken. Wie soll sich die Gemeinde Ihrer Vorstellung nach entwickelt haben – im Alltag der Menschen, bei wichtigen Infrastrukturen und im sozialen Miteinander?

Der Alltag soll unkompliziert und gut organisiert sein. Viele Wege lassen sich zu Fuß oder mit dem Rad erledigen, digitale Angebote erleichtern Behördengänge und Terminabsprachen. Familien finden verlässliche Betreuungsangebote, ältere Menschen können möglichst lange selbstständig im Ort leben. Arbeiten ist flexibler geworden. Einige pendeln weiterhin, andere nutzen Homeoffice oder gemeinschaftliche Arbeitsräume in der Nähe. Auch der Hochwasser- und Klimaschutz ist vorausschauend mitgedacht. Das soziale Leben ist das Herzstück der Gemeinde: Vereine, Feuerwehr, Kirchen und Initiativen arbeiten eng zusammen und binden neue Bürgerinnen und Bürger aktiv ein. Jung und Alt begegnen sich selbstverständlich – bei Festen, Projekten oder im Alltag. Ehrenamtliches Engagement wird wertgeschätzt und unterstützt, Entscheidungen in der Gemeinde werden transparent und gemeinsam diskutiert.

Kurz gesagt: Reckendorf 2032 ist für mich ein Ort, an dem man sich kennt, einbringt und gerne bleibt – modern genug für die Zukunft, aber mit dem Zusammenhalt, der das Dorf schon immer ausgezeichnet hat.

Wenn Sie drei Wünsche an die „große Politik“, also Richtung München, Berlin oder Brüssel, frei hätten. Was wären diese?

Spürbarer Abbau von Bürokratie und verständlichere Regeln – um Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und Unternehmen zu entlasten. Klare Standards, digitale Verfahren und echte Transparenz darüber, was wirkt und was nicht.

Zum Schluss: Welche zentrale Botschaft möchten Sie den Wählerinnen und Wählern in Reckendorf mit auf den Weg geben, bevor sie am 8. März 2026 ihre Stimme abgeben?

Demokratie lebt vom Mitmachen. Am Wahltag geht es um die Zukunft Reckendorfs. Mit der Bitte, genau hinzuschauen, Fragen zu stellen und die eigene Stimme bewusst zu nutzen – für ein Miteinander, das von Respekt, Verantwortung und Zuversicht getragen ist.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, Sie haben es in der Hand, Reckendorf mitzugestalten!

Zur Person:

Ausbildung: Maschinenschlosser / Weiterbildung Industriemeister Metall

Dozent in der gehobenen Bildung / Leiter Ausbildungswerkstatt

Gemeinderat / BAV-Ortsobmann / IGM-Mitglied / Vorstandsmitglied im Verband Deutscher Berufsausbilder e.V. / IHK-Prüfungswesen Berufsausbildung und Weiterbildung

Mein fachlicher Fokus sind aktuell die Berufsausbildung und die Weiterbildung

Motto: work hard – play hard, „Geht nicht, gibt es nicht“

 

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