Chancen der Finanzkrise

Veröffentlicht am 10.03.2009 in Allgemein

Konrad Gottschall, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bamberg, berichtete zu Hintergrund und Chancen der Finanzkrse

Bei ihrem Neujahrsempfang gewinnt die SPD der Finanzkrise auch positive Seiten ab. Unter dem Thema "Entwicklungen und Chancen in der Finanzwelt" referiert der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Bamberg, Konrad Gottschall, beim Neujahrsempfang der SPD-Kreisverbände Stadt und Landkreis Bamberg in Strullendorf.

Mit Konrad Gottschall konnte der Kreisverband Bamberg-Land der SPD damit einen einen echten „Insider“ aus der Finanzwelt für seinen Jahresauftakt gewinnen. Er erweiterte in einer guten halben Stunde den Wissensstand der Gäste mit Fakten der Krise, Vergleichen und Zitaten zu der komplexen Thematik „Finanzwelt“. Dabei wurden auch die sich aus der Krise ergebenden Chancen ausführlich erörtert.

Wenn die SPD-Politiker den Schwung von Thomas Lang – dessen musikalische Künste am Klavier mit viel Applaus quittiert wurden – mit in das Bundestags-Wahljahr nehmen, dann dürften der Zuversicht die erwünschten Resultate folgen. Auch das Saxophon-Trio Viola Palecek, Fiona Kossmann und Anna Mayer (Musikschule Strullendorf) trug zum gelungenen SPD-Jahresauftakt bei.

„Krise heißt auch Chance, Auftrieb für Veränderungen“

Der Strullendorfer „Hausherr“, Erster Bürgermeister Andreas Schwarz, und Kreisvorsitzender Manfred Deinlein („Krise heißt auch Chance, Auftrieb für Veränderungen“) begrüßten die Gäste in der Aula der Volksschule.

Schon in seiner Begrüßung führte Deinlein aus, dass die derzeitige labile Situation am globalen Finanzmarkt durchaus auch Anlass für berechtigte Zuversicht gebe, dass scheinbar fest zementierte Strukturen aufgebrochen werden könnten. Es gäbe Raum, den Blick wieder auf dezentrale Strukturen und die Wirtschaft und Wirtschaftsversorgung - auch mit Krediten - vor Ort zu lenken. Neben den Genossenschaftsbanken sind gerade die Sparkasse feste Größen vor Ort - auch in der Wirtschaftsregion Bamberg.

Diesen Ball nahm der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse gerne auf, indem er zuerst auf die Historie, dann den Status quo und anschließend die Zukunft des aktuellen Geschehens am Finzmarkt beleuchtete.

Konrad Gottschall machte die Wurzeln der Krise im USA-Kreditgeschäft („Euphorie ohne Grenzen“) aus, kritisierte, dass in einem System, dem man vertraute, täglich Milliarden „ohne Maß und Ziel“ bewegt wurden und ging insbesondere auch auf die Automobilkrise („im hohen Preissegment über den Bedarf hinaus produziert“) und das gesellschaftliche „Geiz-ist-geil“-Phänomen ein.

„Wir stecken in keiner Kreditklemme, wir haben unsere Aufgaben erfüllt“, betonte er das Wirken der „Mutter“ Sparkasse (mit einer bayernweiten Bilanzsumme von 115 Milliarden), während die „Tochter“ Bayern LB mit einer dreifachen Summe und dem bekannten Milliarden-Löchern wahrlich aus dem Ruder gelaufen sei.

Die staatliche Unterstützung könne nur eine Zwischenlösung sein („es kann nicht sein, dass der Steuerzahler Großbanken finanziert“), so der Sparkassen-Chef, der im gleichen Atemzug die Tugenden Klugheit, Gerechtigkeit („faire Preise“), Tapferkeit, maßvolles Handeln und auch die christlichen Werte in die Waagschale warf. „Die Krise kann nur überwunden werden, wenn alle Handelnden vernünftig agieren und die Finanz-Wirtschaftler sich an der realen Wirtschaft orientieren“, lautete sein Plädoyer, in dem er auch eine „starke Zentralbank“ forderte.

Die Zeit der „Schrottpapiere“ müsse schnell zu Ende gehen, Bilanzklarheit und -wahrheit seien unabdingbar, damit sich Optimismus und Vertrauen entwickeln könne. „Es müssen Rahmenbedingungen, die von technischen und geistigen Faktoren getragen werden, entstehen, damit es tatsächlich gelingen möge, die Krise zu nutzen“, beendete Gottschall seine „eindrucksvolle Schilderung“, wie Heinz Kuntke als SPD-Fraktions-Vorsitzender Bamberg-Stadt das Referat in seinem Schlusswort nannte.

 

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