Jugendparlament ist geeignete Form der Mitwirkung

Veröffentlicht am 28.03.2007 in Jugend

Strullendorf - Das Strullendorfer Jugendparlament, die einzige kommunale Vertretung Jugendlicher im Landkreis, steht vor dem Ende ihrer ersten Sitzungsperiode. Deswegen trafen sich die Jusos Bamberg-Land mit ihnen zum Erfahrungsaustausch. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, jungen Bürger mehr Möglichkeiten zu geben, am Leben in ihren Gemeinden teilzunehmen“, so Jonas Merzbacher, Vorsitzender der Jusos Bamberg-Land. In Strullendorf wollte man erfahren, ob ein Jugendparlament eine geeignete Form sei.

Eine Umfrage unter den Abgeordneten ergab, dass viele ihre Arbeit im Parlament fortsetzen wollen. Diejenigen, die dies nicht wollen, führten dies meist auf bevorstehenden Schulabschluss bzw. Ausbildungsbeginn zurück. „Wir sehen uns als Vertretung der Jugendlichen in zweierlei Hinsicht“, führte Jungbürgermeister Daniel Weber aus. „Zum einen tragen wir Wünsche und Bedürfnisse von Jugendlichen an den Gemeinderat und den Bürgermeister heran, zum anderen organisieren wir Veranstaltungen vor Ort für Jugendliche.“ Ziel sei es, Strullendorf als Lebensmittelpunkt für junge Menschen attraktiv zu halten. So wurde zum Beispiel die Strullendorfer Halfpipe auf Antrag des Jugendparlaments umgebaut.

Am Anfang sei es problematisch gewesen, die Jugendlichen auf die neuen Möglichkeiten durch ihr Parlament aufmerksam zu machen. Es gab auch organisatorische Probleme. „Direkt nach der Wahl hatten wir manchmal das Gefühl, ins tiefe Wasser geworfen worden zu sein, um Schwimmen zu lernen“. Die Jugendlichen mussten herausfinden, an wen sie sich mit welchen Wünschen wenden können. Das habe, so Jungbürgermeister Weber „viel Zeit gekostet – und dabei wäre es ganz einfach gewesen, uns die Jugendarbeiterin zur Seite zu stellen.“ Der Gemeinderat war immer bereit, uns zuzuhören – „auf Anfrage.“ Begründung: Sie wollten das Jugendparlament nicht ungebührlich beeinflussen. Das halten die selbstbewussten Abgeordneten für unbegründet.
Für die Zukunft wünschen sich die Jungparlamentarier eine Form der unterstützenden Begleitung. Außerdem erarbeitet man einen Leitfaden, der „natürlich auch neu eingerichteten Jugendparlamenten in anderen Gemeinden helfen kann“, so Verfasserin Daniela Kiefer.

Keine kreisweite Vertretung
Auf die Nachfrage, ob sie sich eine kreisweite Vertretung Jugendlicher vorstellen könnten, gab eine Parlamentarierin zu bedenken, dass „die Kreisebene wohl zu weit vom alltäglichen Leben junger Leute entfernt ist“. Jugendliche hierfür zu begeistern, wäre bestimmt noch schwieriger als beim örtlichen Jugendparlament. Es sei sinnvoller, erst einmal weitere Jugendparlamente einzurichten.
James Thain, stellvertretender Vorsitzender der Jusos Bamberg-Land, sah in den Erfahrungen der Jugendlichen „eine Bestätigung unserer Forderung, Jugendparlamente auch in anderen Gemeinden des Landkreises einzurichten.“
Mehr über das Strullendorfer Jugendparlament gibt es online: http://www.strullendorf.de/Links_extern/Jugendparlament/index.htm

 

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